Dorfkirche "St.Bonifatius"

Der Name der Kirche deutet auf eine sehr alte Gründung im Umfeld des „Apostels der Deutschen“, Wynfrith Bonifatius, hin! Sie geht vermutlich auf Schüler des angelsächsischen Missionars zurück, der 724 im benachbarten Ohrdruf  sein erstes Kloster auf deutschem Boden gründete. Vom Ort Dannheim gibt es eine urkundliche Ersterwähnung aus dem im Jahre 779 begonnenen Schenkungsregister  der Reichsabtei Fulda/Hersfeld. Von dem einstigen romanischen Kirchenbau ist nur noch der im Pfarrgarten gelagerte Taufstein erhalten geblieben.

Die schöne, weithin sichtbare Dannheimer Kirche erhielt ihre jetzige barocke Gestalt in den Jahren 1774-1778 unter der Bauleitung des langjährigen Dannheimer Pfarrers Johann Christian Stieda, der von 1750 bis 1790  Seelsorger für die drei Gemeinde Dannheim, Görbitzhausen und Branchewinda war. Der Innenraum unserer Dannheimer Kirche besticht nicht nur durch sein protestantisch schlichtes, elegantes Rokoko-Interieur, sondern auch durch eine bemerkenswerte Akustik. 1965 hatten Schwammbefall und andere Bauschäden die Kirche unbenutzbar gemacht. Als 1986 Frau Dr. Beate Schreier als erste Frau die Pfarrstelle in Dannheim antrat, wurden erste Schritte zu einer Sanierung der Kirche unternommen. Im großen Stile wurde eine Renovierung nach 1989 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme möglich. Mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Ort wurde der gesamte Außenputz in Eigenleistung aufgebracht. 1995 konnte mit einem denkwürdigen Fest die Kirche neu eingeweiht werden. Seit 1995 finden sich die Nachfahren des J.Chr. Stieda, mittlerweile in 7.Generation und über die ganze Welt verstreut, zu regelmäßigen Familientreffen in Dannheim zusammen. Ebenso fühlt sich die adlige Familie von Marschall, Nachkommen der ehemaligen Rittergutsbesitzer von Dannheim, dem Ort und seiner Kirche verbunden. Das  goldene Abendmahlsgerät ist eine Stiftung der Brüder Hans Wilhelm und Christoph Friedrich von Marschalk aus dem Jahr 1669. Erwähnenswert ist die Kirchturmuhr, die seit 200 Jahren Tag für Tag aufgezogen wird und zuverlässig auf die Minute die Stunde schlägt. Die Uhrglocke ist ein Fundstück aus der Wüstung Sickersdorf und entstammt dem 15.Jahrhundert.